Montag, 8. Juli 2019

Was für ein Vertrauen!

Predigt zum Gottesdienst im Grünen 2019 – gehalten am 30.06.2019 am Wöhrder See, Nürnberg


Markus 4, 35-41
35 Am Abend dieses Tages
sagte Jesus zu seinen Jüngern:
»Wir wollen ans andere Ufer fahren.«
36 Sie ließen die Volksmenge zurück.
Dann fuhren sie mit dem Boot los,
in dem er saß.
Auch andere Boote fuhren mit.
37 Da kam ein starker Sturm auf.
Die Wellen schlugen ins Boot hinein,
sodass es schon volllief.
38 Jesus schlief hinten im Boot auf einem Kissen.
Seine Jünger weckten ihn
und riefen:
»Lehrer! Macht es dir nichts aus,
dass wir untergehen?«
39 Jesus stand auf,
bedrohte den Wind
und sagte zu dem See:
»Werde ruhig! Sei still!«
Da legte sich der Wind
und es wurde ganz still.
40 Und Jesus fragte die Jünger:
»Warum habt ihr solche Angst?
Wo ist euer Glaube
41 Aber die Jünger überkam große Furcht.
Sie fragten sich:
»Wer ist er eigentlich?
Sogar der Wind und die Wellen
gehorchen ihm.«

Eigentlich ist das keine Vertrauensgeschichte. Es ist eine Geschichte von Enttäuschungen.
Deshalb ist es auch meine Geschichte und Gottes Geschichte mit mir. Ich kenne das: enttäuscht zu werden – und ich kenne es zu enttäuschen, sowohl Menschen wie auch Gott. Deshalb bin ich auch ganz bei der Kollegin Sandra Bils, die bei ihrer Predigt zum Abschluß des Kirchentages davon sprach, dass wir „Gottes geliebte Gurkentruppe sind.“ 
Wie kommt es zu den Enttäuschungen in unserer Geschichte?
Mit Jesus im Boot – die Jünger sind zufrieden. Sie hatten ja schon einiges erlebt. Auch an diesem Tag. Klar fahren sie mit Jesus über den See. Kein Problem!
Mit Jesus im Boot bei schönen Wetter – das ist easy – das kann jeder*r
Das ist so einfach – dass Markus es bewusst erwähnt, dass Jesus schläft. Alles bestens – alles gut!
Meine Söhne würden sagen: Die chillen ihr Leben. 1000 mal so gemacht – 1000 mal nix passiert.
Das kenne ich: mein Lebensboot gleitet dahin, die Gemeindearbeit – unser Kirchenboot es gleitet dahin.
Doch dann taucht aus dem heiteren Himmel ein Sturm auf. Nichts ungewöhnliches in dieser Gegend – und den Fischern untern den Jüngern vertraut und bekannt.
Auf einmal ist neben Jesus auch Wasser im Boot. Das sollte nicht sein! Eine ernsthafte Ent-Täuschung! Nix mehr mit easy! Wasser im Boot war so nicht vorgesehen. Da hatten sich die Jünger wohl ge-täuscht.
Mit dem Wasserspiegel steigt auch die Aufgeregtheit.
Auch das kenne ich – kennen wir. 
Eine schlimme Diagnose, Streit und Uneinigkeit in der Gemeinde – Sorge um Kirchenspaltung
Wir haben in unseren Gemeinden Menschen, die vor Verfolgung geflohen sind, weil sie nicht öffentlich zu ihrem Glauben zu Jesus Christus stehen können in ihrem Heimatland.
Und auch bei uns merke ich, dass die Angst zu meiner Meinung zu stehen steigt. Es scheint gefährlich geworden zu sein, davon zu sprechen, dass man Menschen nicht ertrinken lässt. Punkt!
Da kann ganz schnell dann das Wasser im Boot steigen. – 
Ich frage mich, ob wir nicht sogar mit unserem Stillhalten und der Angst vor dem Sturm manchmal meinen, den Sturm verhindern zu können?!
Am besten soll alles bleiben, wie es ist! – das könnte der Punkt sein, an dem vielleicht dann Gott von uns ent-täuscht sein könnte!
Nur den Sturm vermeiden – nicht in stürmische Wasser geraten!

Aber das Leben ist so nicht. Stürme kommen und gehen – das ist das Leben! Auch mit Jesus im Boot!

Die Frage ist doch deshalb: Was machen die im Boot? Was machen wir im Boot?
Dieses mutlose darüber reden, dass die Kirche heute nichts mehr bewirken kann, dass wir halt in einer gottlosen Zeit leben?
Dass die Frau, die auch nach Jahren noch um ihre toten Kinder trauert sich endlich zusammenreißen soll?
Dass heute keine neuen Wunder mehr passieren? 
Dass wir uns damit abfinden sollen, dass Kirche eben Auslaufmodell ist?
Dass wir halt klein sind, alt, müde und eben nichts mehr reißen können?
Dass wir uns gegenseitig als Kirchen und Christen den Glauben nicht glauben und anderen Formen zu glauben schlechtreden.?

Das scheint mir wie hektisches Wasserschöpfen. 
Hektik vertreibt klare Gedanken – und Gelassenheit. Der Gereiztheitspegel steigt mit dem Wasserpegel. Keine gute Kombination. Nicht überlebensfördernd und nicht Friedensstiftend.
Ich frage mich, wo die Kompetenz der Fischer in dieser Geschichte ist? Ist es das, was Jesus enttäuscht fragen lässt, wo ihr Glaube ist?
Ist es das, was da in dem Boot passiert ist? Und das nennt Jesus Unglauben.

Was könnte passieren, wenn wir uns statt gegenseitig fertig zu machen, schlecht übereinander reden, runterziehen, hinten rum reden, ... an das erinnern würden, was wir im Boot haben? Unsere Gaben, unsere Kompetenz, unseren Mut und vor allem Jesus!
Was wenn wir anfangen würden in den großen und kleinen Krisen und Nöten uns gegenseitig daran zu erinnern, dass wir nicht alleine im Boot sind, und gegenseitig aufbauen und ermutigen und im Glauben stärken, weil Jesus mit im Boot ist!
Stellt euch das mal vor, was passieren würde, wenn wir gemeinsam überlegen würden, wie wir in unseren Stadtteil Gottes Liebe hineintagen könnten – statt zu jammern, dass Kirche nicht angesagt ist.
Stellt euch das mal vor, Gemeinden in denen Menschen getröstet werden, Kinder willkommen sind, Fremden geholfen wird – und Verzagte daran erinnert werden, dass Jesus im Boot ist.
Stellt euch das mal vor, wenn Gemeinden, Kirchen mutig Eintreten für Frieden und Gerechtigkeit, für einen lebenswerten Stadtteil und nicht zögern und zaudern, sondern dem Sturm entschlossen in die Augen sehen, weil sie wissen, dass Jesus im Boot ist.
Stellt euch so eine Welt einmal vor! Was für ein Zeichen! Was für ein Vertrauen.
Mit Jesus im Boot und dem Glauben / Vertrauen, dass , wenn wir gar nicht mehr weiterkommen Jesus nicht mehr schläft. Denn der, der Wind und Wellen beherrschen kann, wird auch das Boot mit ihm nicht untergehen lassen.
Was für ein Vertrauen!
Amen 

Dienstag, 27. Februar 2018

Predigtfragment zu 1. Mose 16 - Hagar


Die Geschichte von zwei Frauen und einem Mann, der eine wichtige Rolle spielt, aber doch im Hintergrund bleibt. Eine Geschichte vom Sehen und Angesehen werden. Eine Geschichte, die aktueller nicht sein könnte.
Lasst uns Augen-Blicke bei der Geschichte verweilen und dann auf uns selbst blicken.

Wie alles begann?
Da sind sie also die beiden Abram und Sarai: Glaubensvater und Glaubensmutter. Große Verheißungen im Herzen, aber eine Realität, die nichts davon widerspiegelt. Und das Warten zermürbt, lässt die Quelle der Hoffnung nur noch wie ein spärliches Rinnsal rieseln und am Ende fühlt es sich trocken und versiegt an. Keine Kinder zu haben – welche Schmach für Sarai und Abram. Keine Zukunft, kein Weiterbestehen der eigenen Familie – der Tod schon im Leben! Hoffnungslos – wenn, ja wenn es nicht dieses legale Hintertürchen gäbe, das nicht nur bei den Hebräern sondern auch drum herum offengelassen worden ist. Ein Kind gezeugt vom Ehemann im Bett der Ehefrau mit der Sklavin der Ehefrau. Ausgetragen von der Sklavin, auf den Knien der Ehefrau geboren und damit zum eignen Kind geworden. Leihmutterschaft schon damals. Mit allen Risiken und Schwierigkeiten. So ist der Plan.
Aber was keiner dieser drei wohl bedacht hatte, sind die Gefühle, die nun dazwischenfunken.
Ein Plan ohne Gefühle – aber wir Menschen sind voller Gefühle und zuallererst Gefühlvoll.

Wer schaut auf wen?
Das fängt ja schon bei den Blicken an. Wenn wir Menschen anschauen, dann kommen sofort unsere Gefühle mit ins Spiel. Wir werten und bewerten beim Anschauen, Hinblicken, zusehen – und dieses Werten und Bewerten hat mit unseren Gefühlen zu tun.
Wer schaut auf wen und wie in dieser Geschichte?
Sarai schaut auf sich – und sieht sich in einem schlechten Licht. Keine Kinder zu haben – diese Schande möchte sie nicht mehr ausgesetzt sein. Sie hat keinen liebevollen Blick für sich mehr. Sie sieht nur den Mangel an sich. Und damit sieht sie auch die Beziehung zu Abram mit einem mangelvollen Blick. Ich frage mich: Wo bist du Sarai bei dieser Geschichte?

Abram schaut weg. Mir scheint er hat resigniert. Jedenfalls kämpft er nicht für ein weiteres hoffnungsvolles Ausharren. Er lässt sich treiben und damit Sarai treiben, das zu tun, was sie für richtig hält. Konsequent hält er sich dann auch aus der restlichen Sache raus. Sein Mitgefühl ist nicht vorhanden, denn er hatte auch am Anfang keine Gefühle in diese Dreiecks-Beziehung eingebracht. Er scheint nicht hinschauen zu wollen und kann deshalb auch keine der Frauen richtig anschauen. Ich frage mich: Wo bist du Abram bei dieser Geschichte?

Hagar wird nicht gefragt. Sie muss funktionieren, so ist ihre Rolle. Doch als sie schwanger wird, wächst mit ihr das Gefühl, dass sie an dieser Stelle ihrer Herrin überlegen ist. Jetzt schaut sie herab auf Sarai. Die Verhältnisse drehen sich und bleiben äußerlich doch gleich. Das ist Konfliktpotential hoch drei. Und irgendwann weiß Hagar sich nicht besser zu helfen, als zu fliehen. Nix wie weg. Ab in die Wüste. Sie scheint keinen wirklich guten Plan zu haben – Hauptsache weg von.. Ich frage mich: Wo bist du Hagar bei dieser Geschichte?

Was passiert, wenn uns Gott anblickt?
Bisher ist von Gott wenig die Rede gewesen. Die großen Glaubenseltern haben das Heft in die Hand genommen und so ist es keine Frage, was Gott dazu wohl sagt. Aber Gott blickt die ganze Zeit auf diese Beziehungsgeschichte. Und als ihm die Chance gegeben wird, dort in der Wüste am Brunnen des lebendigen Wassers, greift er ein. Hagar spürt den Blick, der auf ihr ruht und sie tritt in den Dialog mit Gott ein.
Aber die ersten Worte sind nicht das, was sie hören möchte. Sie soll zurück gehen, wieder in die Zustände, denen sie entflohen ist. Geht das? Ist das nicht zu viel verlangt? Zurück an den Ort der Demütigung? Wie soll das gehen?

Gott blickt uns liebevoll an
Dort am Brunnen des lebendigen Wassers blickt Gott liebevoll auf Hagar. Er sieht ihre Not und lässt sie nicht im Stich.
Dort am Brunnen des lebendigen Wassers blickt Hagar auf Gott. Und in der Begegnung mit ihm bekommt sie einen neuen Blick auf sich und ihr Leben. Sie muss nun nicht mehr ihren Selbstwert aus dem Herabblicken auf Sarai aufwerten. Sie hat erfahren, dass sie ein zutiefst angesehener Mensch ist, denn Gottes Augen ruhen auf ihr. El Ro-I: Du bist der Gott, der mich ansieht.
Mit liebevollen Augen, mit einem brennenden Herzen, mit Möglichkeiten für eine Zukunft.
Vielleicht ist seitdem das Morgengebet entstanden, dass auch zu meinem Morgengebet seit einiger Zeit geworden ist:

Gott, lass deine Augen ruhen auf mir, und mich das Wissen um deine Freundschaft mitnehmen in diesen Tag.

Samstag, 24. Dezember 2016

Predigt am Heiligen Abend


Warum feiern wir Weihnachten? Warum feierst du Weihnachten?

Weihnachten ist ....
Familienfest, Geschenketausch, Fest der Liebe, Fest der Kinder ...

Das Motiv „Fest der Liebe“ klingt gut. Doch es geht an Weihnachten nicht um irgendeine Liebe an sich, sondern um die Liebe Gottes, die uns durch das Advent -und Weihnachtsevangelium entgegenkommt. Aber was bedeutet das für dich?

Und auch das „Fest der Kinder“ klingt gut, sie freuen sich ja am meisten, die kleinen und auch die größeren Kinder. Herrlich, diese leuchtenden Kinderaugen. 
Jesus liebte die Kinder, er schaut uns sozusagen durch die Augen der Kinder an.
Und war selbst ja auch ein Kind. Aber was bedeutet das für dich?

Und trägt die Botschaft von der Liebe Gottes, die in diesem Kinde Jesus Christus auf die Welt gekommen ist auch in unserem Alltag? In deinem Alltag? Hat dein Alltag etwas mit dem Gottesdienst jetzt gerade zu tun?

Ich entdecke bei mir, dass ich zwar gerne wie König Herodes in einem Schloss leben würde und es gerne sehr königlich hätte, aber in meiner Realität ist das Leben oft eher wie in einem Stall. 
Ich habe keine Angestellten, die sich um all den blöden Alltagskram kümmern – bei uns wird selbstgeputzt, die Wäsche gewaschen. das Geld mit der Hände Arbeit verdient. Ich muss mich mühen und rackern. Manchmal bleibt am Ende des Geldes noch einiges vom Monat übrig. Ich werde krank, bekomme schlechte Nachrichten, habe Sorgen, .... 
Das Leben im Stall ist mir deutlich näher als das Leben im Schloss.

Und doch glaube ich, dass wir alle von solch einem Leben im Schloss träumen – und deshalb auch so viel Romantik und Sehnsucht nach einem friedlichen und schönen Weihnachtsfest haben. 
Einmal im Jahr, wenigsten einmal im Jahr soll alles stimmen, alles gut und alles schön sein.

Tief drin ist in uns allen diese Sehnsucht nach der Liebe und der bedingungslosen Annahme von uns selbst. Tief drin sind wir alle auf der Suche nach dem größten Kompliment der Welt.

Was tun damit? Wohin damit?

Ich kann es an meinen Lebenspartner übertragen – er / sie muss dafür sorgen, dass ich mich abgrundtief geliebt fühle. 
Aber das klappt nicht, wir werden scheitern. Wir überfordern uns und unsere Beziehungen damit.
Ich kann versuchen über meine Leistungen mich zum liebenswertesten Menschen zu machen den es gibt. 
Aber auch das funktioniert nicht – spätestens, wenn du an den Punkt kommst, an dem du nicht mehr kannst.
Ich kann versuchen mich selbst immer besser zu achten, mit genügend Willenskraft und richtigen Entscheidungen immer besser zu werden und voranzukommen. 
Aber ich werde daran scheitern, denn das alles braucht so viel Kraft, die ich nicht unendlich in mir trage und auch nicht aus mir heraus produzieren kann.
Ich kann versuchen alles was nicht in mein Weltbild passt zu bekriegen und zu zerstören, wild um mich schlagen, nur damit diese Sehnsucht nicht wieder nach oben kommt. 
Aber das hilft auf Dauer auch nicht – denn dadurch entstehen Krieg und Streit.

Wer oder was kann dann meine Sehnsucht nach dem größten Kompliment der Welt stillen – einmal gesagt bekommen: Ich liebe dich bist in deine tiefsten Abgründe hinein – du bist für mich das wertvollste, einzigartigste, genialste, wunderbarste, unglaublichste was es auf dieser Welt gibt?


Duplo wirbt damit, dass es für die einen einfach ein Schokoriegel ist, für die anderen ist es die wahrscheinlich längste Praline der Welt.

Und ich glaube so ist es auch mit Weihnachten.

Für die einen ist es ein Familienfest, Geschenketausch, Romantikauslebung. 
Für mich ist es das größte Kompliment, das Gott uns macht.
Gottes größtes Kompliment an seine Geschöpfe, wenn er sagt: Ich habe Sehnsucht nach dir. Du bist für mich das wertvollste, einzigartigste, genialste, wunderbarste, unglaublichste, was es auf dieser Welt gibt. 
Ich will mit dir sein. Ich will deine Sehnsucht stillen. 
Ich will dir die Angst nehmen, zu kurz zu kommen. 
Ich will dir die Angst nehmen, nicht zu genügen.
ich will dir die Angst vor allem Fremden und Unsicheren nehmen. 
Ich will dir Frieden schenken. 
Ich will dir nahe sein auch und gerade in allem Scheiß und Mist, denn du in deinem Leben und in dieser Welt erlebst.
Ich will mit dir sein in den tiefsten Tiefen und in den höchsten höhen. weil du so wichtig für mich bist, lasse ich dich nicht alleine.
Oder mit den Worten den Bibel gesprochen:
"Habt keine Angst! Seht doch: Ich bringe euch eine Freudenbotschaft. Im ganzen Volk wird große Freude herrschen. Denn heute ist in der Stadt Davids für euch der Retter geboren worden: Er ist Christus, der Herr. - Gottes Herrlichkeit erfüllt die himmelhohe! Und sein Friede kommt auf die erde zu den Menschen, denen er sich in Liebe zuwendet!" (Lukas 2, 10+11+14)
Deshalb kommt Gott als kleines Kind in die Welt – nicht mit Macht, sondern als kleines, hilfloses Kind. Und der Mensch heißt Kind, weil Gott die Eltern sind.

Weihnachten ist Gottes größtes Kompliment an uns Menschen. 
Der größte Liebesbeweis an uns.

Und wir?
Wir sind eingeladen dieses größte Kompliment heute als ein Geschenk anzunehmen.
Danke Jesus - Ich will dein Freund sein – du bist mir nicht egal.
Deshalb singe ich an Jesu Geburtstag wie für alle Kinder: Wie schön, dass du geboren bist, ich hätte dich sonst sehr vermisst.
und: du strahlst ja selber wie der Sonnenschein
und: wie schön, dass wir beisammen sind, wir gratulieren dir Geburtstagskind.
Amen



(Herzlichen Dank an Christina Brudereck von 2Flügel, die die wundervolle Idee hatte mit dem Geburtstagslied! - Eure Weltjahresbestzeit war in diesem Jahr meine Inspirationsquelle!)

Mittwoch, 21. Dezember 2016

Was mich aktuell bewegt

Was mich bewegt:
Wie schnell wir wieder dabei sind, einen Schuldigen für die Anschläge zu suchen. 

Für die einen ist es Frau Merkel, für die anderen die "Gutmenschen", für noch andere die Flüchtlinge. 

Aber seien wir doch mal ehrlich: Wenn wir schon über Schuld reden, dann müssten wir doch als erstes mal vor der eigenen Haustür fegen. Und dann ist auch nicht Frau Merkel schuld, weil sie die Flüchtlinge "eingeladen" hat. Denn es gilt doch auch:
Wir alle haben die Geflüchteten "eingeladen" mit unserem ausbeutendem Lebensstil, der in anderen Ländern die Lebensgrundlage und Perspektive den Menschen entzieht.
Wir alle haben sie "eingeladen", in dem wir zugelassen haben, dass Grenzen dicht gemacht werden und die Notschreie nicht gehört werden.
Wir alle haben sie "eingeladen", in dem wir schweigen zu Waffenexporten und Munitionsexporten aus Deutschland.
Wir alle haben sie "eingeladen", in dem wir unsere Augen und Ohren und vor allem unsere Herzen verschließen vor der Not auf dieser Welt.

Wir sollten deshalb ganz leise sein. Wir sollten uns statt dessen umschauen, wo in unserem kleinen Lebensumfeld Hilfe nötig ist. 
Unsere Herzen und Hände öffnen und uns mit unserer ganzen Kraft dafür einsetzten, dass diese Welt für alle (!) Menschen bewohnbar und lebenswert ist.

Zugegeben, das ist nicht einfach - aber wer hat je gesagt, dass das Leben einfach ist? Auf alle Fälle ist es lohnenswert, weil Freundschaft, Gemeinschaft und Friede nicht käuflich sind - aber eben überlebens-Not-wendig.
Und was wäre ein besserer Zeitpunkt damit zu starten, als an diesem Weihnachtsfest?

Und wenn jetzt irgendjemand meint, mich "Gutmensch" nennen zu wollen, dann sehe ich das eher als eine Auszeichnung, denn als einen Beleidigung. 
Denn danach will ich streben, dass das Gute, das Göttliche ja Gottes Liebe selbst wächst hier auf dieser Erde. Gott helfe mir dazu!

Sonntag, 27. März 2016

Ostern

Irgendwie kam Ostern in diesem Jahr sehr überraschend. 


Die Osterkerze für die Gemeinde wurde fast auf den letzten Drücker fertig und ich war schon in Versuchung noch schnell eine zu kaufen. Aber dann hat die Muße mich doch noch geküßt!

Dafür war der Gottesdienstraum in diesem Jahr wirklich überraschend anders.
Wir hatten beim Räumen unserer Kirche in M. auf dem Dachboden ein altes Gemälde gefunden:


Das ziert nun unseren Gottesdienstraum mindestens bis zum Pfingstfest - mal sehen, was danach ist.
Der Abendmahlstisch kam für den Ostergottesdienst näher an die Gemeinde und die Stühlen standen (jedenfalls in den ersten Reihen) im Halbkreis.
Leider lässt sich der Gottesdienstraum zur Zeit noch nicht so bestuhlen, dass wir wirklich im Kreis um den Tisch herum sitzen - das wäre mein Traum. Aber irgendwann wird es möglich sein.


Unter dem Bild ist das Felsengrab angedeutet - am Morgen habe ich noch ein rotes Grablicht darauf gestellt. Und die brennende Osterkerze hat bei der Eingangsmusik in guter Tradition eines der Gemeindekinder hereingetragen. An ihr haben wir dann die Kerzen auf dem Abendmahlstisch und an den Fenstern angezündet. 
Und mittlerweile klappt auch der Ostergruß richtig gut. Auf meine Begrüßung: "Der Herr ist auferstanden!" antwortet die ganze Gemeinde lautstark: "Er ist wahrhaftig auferstanden! Halleluja!"
Auch schon gute Tradition ist, dass wir an Ostern Abendmahl feiern und weil der Ostergottesdienst ein Gottesdienst für alle Generationen ist, sind die Kinder beim Abendmahl natürlich mit dabei. Habe ich schon erwähnt, dass ich das besonders liebe? Schade eigentlich, dass nur einmal im Jahr Ostern ist. - Obwohl - Eigentlich ist ja jeder Sonntag ein kleines Osterfest.
Na dann, auf noch viele herzensbewegende Ostern-Sonntage!

Und wie war euer Ostersonntag?



Freitag, 25. März 2016

Zum Karfreitag


In deiner Nähe Herr, ganz bei dir – anbetend- gefüllt von deinem Licht, ergriffen in dein Angesicht sehend,
auf deine offenen Arme zulaufend – so stehe ich vor dir.
Keine Vorbehalte, keine Bedingungen. Hier ist der Ort, an dem ich Stärkung erfahre, hier ist der Ort, an dem ich Ruhe finde.
Hier – ganz ich –
Und du fängst mich
Treibst keine Spiele mit mir
Bist ehrlich und blickst mich freundlich an.
Barmherzigkeit
Erbarmen
Da ist so vieles, was falsch läuft.
Da gibt es Dinge, die mir leid tun
Verletzungen
Ent - Täuschungen
Scherben
Angst
Wunden.
Ich könnte schreien, weinen.
Scham und Trauer, Gefühle des Versagens beherrschen mein Denken.
Ich bringe es jetzt dir  - hier an dein Kreuz:


Und da ist dein Zuspruch:
Ich bin das Licht  - dein Licht und du sollst mein Licht sein. Du bist es!
Diese nie versiegende Liebe.
Deine unendliche Güte
Er-Barmen
Mit dir an der Seite- mit dir in mir drin- kann ich meine Aufgaben annehmen.
Du wirst mich tragen, auffangen, nicht fallen lassen.
Ich will dir vertrauen – ich will mit dir meinen Weg gehen, auch wenn ich jetzt noch nicht weiß, wohin er mich führen wird.
Du bist mein Weg! Du bist es!

Amen