Sonntag, 8. März 2015

Warum man nicht B sagen muss, wenn man A gesagt hat.

Manchmal sieht man vor lauter Bäumen den Wald Wegweiser nicht













"Wer A sagt, muss auch B sagen!"
Bis vor einigen Jahren lebte ich genau nach dieser Devise. Ich hatte es auch lange genug von den Menschen um mich herum gehört und vorgelebt bekommen. "Wenn du dich entschieden hast, dann geh diesen Weg."
Das hätte mich beinahe kaputt gemacht!
Bis mir ein guter Freund, der nicht mehr mit ansehen konnte, wie es immer weiter mit mir bergab ging, sehr deutlich sagte:
"Wer A sagt, muss NICHT B sagen, wenn er erkannt hat, dass A verkehrt ist!" - Klingt einfach, ist es aber nicht. Denn einen eingeschlagenen Weg zu verlassen, braucht ziemlich viel Mut und manchmal auch einen ziemlich großen Leidensdruck. Als beides vorhanden war, konnte ich meine Laufrichtung verändern - und damit ziemlich viel in meinem Leben - aber das ist eine andere Geschichte.

Warum ich euch das erzähle?
In der vergangenen Woche sind mir zwei Dinge dazu aufgefallen.
Ich bin ja nicht so der Fan des Eurovisonscontestes, aber der Artikel in unserer Zeitung, dass der Sieger für Deutschland eben nun nicht nach Wien fährt, hat mein Interesse an diesem Artikel geweckt. Nach der Lektüre dachte ich mir: Hut ab vor Andreas Kümmert! Da hat einer gemerkt, dass der eingeschlagene Weg nicht wirklich richtig gut für ihn ist, und er hat den Mut, sich gegen alle Erwartungen zu stellen und einfach eine Entscheidung zu treffen, die nicht dem Mainstream entspricht. Meinen Respekt hat er!
Die zweite Begebenheit zu diesem Thema war dann am Samstag. Mit unserem Kirchlichen Unterricht haben wir das Lebenszentrum Ebhausen besucht. Eine Rehabilitationseinrichtung für suchtkranke Männer. Zwei der Patienten haben uns aus ihrem Leben erzählt - offen und ehrlich! Hut ab vor diesen Männern! Ich bin mir nicht so sicher, ob ich einer größeren Gruppe unbekannter Menschen im Alter zwischen 13 und 50 Jahren erzählen würde, was ich alles schon an Bockmist gebaut habe. Und höchsten Respekt vor der Entscheidung eine radikale Lebenswende zu machen.
Ich wünsche es ihnen, dass sie immer mehr an Stärke und Selbstbewusstsein gewinnen, um ihren positiven Lebensweg weiter zu gehen!

Kommentare:

  1. Liebe Birgitta,

    über manche Dinge im Leben muss man reden.
    Sonst kann man es nicht verarbeiten.
    Es ist gut, wenn man eine Bezugsperson hat.
    Wenn sie fehlt, erzählt man es fremden Menschen.

    Jede Umkehr fordert Kraft und Mut, der oftmals fehlt.

    Eine gute Nacht wünscht dir
    Elisabeth


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  2. Ein wichtiger Post! Auch mir ist es schon schwer gefallen, dass ich nicht weiter gemacht habe und das "B" nicht gesagt habe.

    Es ist bewunderswert und sicher nicht leicht was die Männer sich da getraut haben. Da wünsche ich ihnen gleich mit Dir alles Gute, damit sie nun einen neuen Weg voller Kraft gehen lernen!
    liebe Grüsse
    Elisabeth

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