Samstag, 24. Dezember 2016

Predigt am Heiligen Abend


Warum feiern wir Weihnachten? Warum feierst du Weihnachten?

Weihnachten ist ....
Familienfest, Geschenketausch, Fest der Liebe, Fest der Kinder ...

Das Motiv „Fest der Liebe“ klingt gut. Doch es geht an Weihnachten nicht um irgendeine Liebe an sich, sondern um die Liebe Gottes, die uns durch das Advent -und Weihnachtsevangelium entgegenkommt. Aber was bedeutet das für dich?

Und auch das „Fest der Kinder“ klingt gut, sie freuen sich ja am meisten, die kleinen und auch die größeren Kinder. Herrlich, diese leuchtenden Kinderaugen. 
Jesus liebte die Kinder, er schaut uns sozusagen durch die Augen der Kinder an.
Und war selbst ja auch ein Kind. Aber was bedeutet das für dich?

Und trägt die Botschaft von der Liebe Gottes, die in diesem Kinde Jesus Christus auf die Welt gekommen ist auch in unserem Alltag? In deinem Alltag? Hat dein Alltag etwas mit dem Gottesdienst jetzt gerade zu tun?

Ich entdecke bei mir, dass ich zwar gerne wie König Herodes in einem Schloss leben würde und es gerne sehr königlich hätte, aber in meiner Realität ist das Leben oft eher wie in einem Stall. 
Ich habe keine Angestellten, die sich um all den blöden Alltagskram kümmern – bei uns wird selbstgeputzt, die Wäsche gewaschen. das Geld mit der Hände Arbeit verdient. Ich muss mich mühen und rackern. Manchmal bleibt am Ende des Geldes noch einiges vom Monat übrig. Ich werde krank, bekomme schlechte Nachrichten, habe Sorgen, .... 
Das Leben im Stall ist mir deutlich näher als das Leben im Schloss.

Und doch glaube ich, dass wir alle von solch einem Leben im Schloss träumen – und deshalb auch so viel Romantik und Sehnsucht nach einem friedlichen und schönen Weihnachtsfest haben. 
Einmal im Jahr, wenigsten einmal im Jahr soll alles stimmen, alles gut und alles schön sein.

Tief drin ist in uns allen diese Sehnsucht nach der Liebe und der bedingungslosen Annahme von uns selbst. Tief drin sind wir alle auf der Suche nach dem größten Kompliment der Welt.

Was tun damit? Wohin damit?

Ich kann es an meinen Lebenspartner übertragen – er / sie muss dafür sorgen, dass ich mich abgrundtief geliebt fühle. 
Aber das klappt nicht, wir werden scheitern. Wir überfordern uns und unsere Beziehungen damit.
Ich kann versuchen über meine Leistungen mich zum liebenswertesten Menschen zu machen den es gibt. 
Aber auch das funktioniert nicht – spätestens, wenn du an den Punkt kommst, an dem du nicht mehr kannst.
Ich kann versuchen mich selbst immer besser zu achten, mit genügend Willenskraft und richtigen Entscheidungen immer besser zu werden und voranzukommen. 
Aber ich werde daran scheitern, denn das alles braucht so viel Kraft, die ich nicht unendlich in mir trage und auch nicht aus mir heraus produzieren kann.
Ich kann versuchen alles was nicht in mein Weltbild passt zu bekriegen und zu zerstören, wild um mich schlagen, nur damit diese Sehnsucht nicht wieder nach oben kommt. 
Aber das hilft auf Dauer auch nicht – denn dadurch entstehen Krieg und Streit.

Wer oder was kann dann meine Sehnsucht nach dem größten Kompliment der Welt stillen – einmal gesagt bekommen: Ich liebe dich bist in deine tiefsten Abgründe hinein – du bist für mich das wertvollste, einzigartigste, genialste, wunderbarste, unglaublichste was es auf dieser Welt gibt?


Duplo wirbt damit, dass es für die einen einfach ein Schokoriegel ist, für die anderen ist es die wahrscheinlich längste Praline der Welt.

Und ich glaube so ist es auch mit Weihnachten.

Für die einen ist es ein Familienfest, Geschenketausch, Romantikauslebung. 
Für mich ist es das größte Kompliment, das Gott uns macht.
Gottes größtes Kompliment an seine Geschöpfe, wenn er sagt: Ich habe Sehnsucht nach dir. Du bist für mich das wertvollste, einzigartigste, genialste, wunderbarste, unglaublichste, was es auf dieser Welt gibt. 
Ich will mit dir sein. Ich will deine Sehnsucht stillen. 
Ich will dir die Angst nehmen, zu kurz zu kommen. 
Ich will dir die Angst nehmen, nicht zu genügen.
ich will dir die Angst vor allem Fremden und Unsicheren nehmen. 
Ich will dir Frieden schenken. 
Ich will dir nahe sein auch und gerade in allem Scheiß und Mist, denn du in deinem Leben und in dieser Welt erlebst.
Ich will mit dir sein in den tiefsten Tiefen und in den höchsten höhen. weil du so wichtig für mich bist, lasse ich dich nicht alleine.
Oder mit den Worten den Bibel gesprochen:
"Habt keine Angst! Seht doch: Ich bringe euch eine Freudenbotschaft. Im ganzen Volk wird große Freude herrschen. Denn heute ist in der Stadt Davids für euch der Retter geboren worden: Er ist Christus, der Herr. - Gottes Herrlichkeit erfüllt die himmelhohe! Und sein Friede kommt auf die erde zu den Menschen, denen er sich in Liebe zuwendet!" (Lukas 2, 10+11+14)
Deshalb kommt Gott als kleines Kind in die Welt – nicht mit Macht, sondern als kleines, hilfloses Kind. Und der Mensch heißt Kind, weil Gott die Eltern sind.

Weihnachten ist Gottes größtes Kompliment an uns Menschen. 
Der größte Liebesbeweis an uns.

Und wir?
Wir sind eingeladen dieses größte Kompliment heute als ein Geschenk anzunehmen.
Danke Jesus - Ich will dein Freund sein – du bist mir nicht egal.
Deshalb singe ich an Jesu Geburtstag wie für alle Kinder: Wie schön, dass du geboren bist, ich hätte dich sonst sehr vermisst.
und: du strahlst ja selber wie der Sonnenschein
und: wie schön, dass wir beisammen sind, wir gratulieren dir Geburtstagskind.
Amen



(Herzlichen Dank an Christina Brudereck von 2Flügel, die die wundervolle Idee hatte mit dem Geburtstagslied! - Eure Weltjahresbestzeit war in diesem Jahr meine Inspirationsquelle!)

Kommentare:

  1. Super Predigt! Und die Idee mit den Duplos ist genial! Liebe Grüße und frohe Weihnachten, Pamlea

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  2. So wunderbare Worte!
    Ich lese sie sicherlich noch öfter.
    Danke schön dafür
    Und auch ein "Danke" für Deine Worte bei mir
    herzliche Grüsse
    noch gesegnete letzte Weihnachtsstunden.
    Elisabeth

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  3. Wunderbar!
    Da wäre ich gerne dabei gewesen. So schöne Worte.
    Alles, alles Gute zum neuen Jahr.

    Liebe Grüße
    Sandra

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  4. Danke für Deine Worte Birgitta
    Ich lasse Dir sehr herzliche Grüsse hier
    Elisabeth

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